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Abrehet Mengis

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Abrehet Mengis wurde 1986 geboren und stammt ursprünglich aus Eritrea. Dort war sie unter anderem mehrere Jahre als Kinderbetreuerin in einem Kindergarten sowie auch zwei Jahre als Buchhalterin beim Finanzministerium Dekemhare tätig. 2011 immigrierte sie in die Schweiz mit dem festen Wunsch schnellstmöglich eine anerkannte Ausbildung zu absolvieren und in der Schweizer Arbeitswelt Fuss zu fassen. Abrehet Mengis wohnt mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann in Ittigen bei Bern und hat im August 2019 ihre zweijährige Lehre als Assistentin Gesundheit und Soziales EBA begonnen.

 

 

Berichte

Eine herzergreifende Geschichte bestätigte mich endgültig in meiner Ausbildungswahl

August

2019

Als ich im April 2011 in die Schweiz immigrierte, war ich schwanger mit meinem ersten Kind. Dennoch war es schon vor meiner Flucht aus meiner Heimat, Eritrea, ein grosser Herzenswunsch in der Schweiz ein neues Leben aufzubauen, eine Ausbildung zu absolvieren und anschliessend in den belebten Arbeitsmarkt der Schweiz einzutauchen. Allerdings war dies alleine und ohne fremde Hilfe als Flüchtling ganz schön schwierig.

 

Meine zuständige Sozialarbeiterin machte mich auf das Projekt «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» der Stanley Thomas Johnson Stiftung aufmerksam. Voller Zuversicht und Motivation bewarb ich mich 2018 für die Projektteilnahme. Heute kann ich mich glücklich schätzen, dass ich Teil dieses tollen Projektes sein darf.

 

Das Berufswahlverfahren war bei mir eine kurze Sache. Ich wusste schon seit Beginn meiner Tätigkeit als Kinderbetreuerin in Eritrea, dass ich auch in Zukunft im Bereich der Betreuung arbeiten möchte. Allerdings war ich mir noch nicht ganz schlüssig über die Ausrichtung meiner angestrebten Lehre.

 

Daher machte ich mich auf die Suche nach einem Schnupperpraktikum. Mir wurde die Möglichkeit geboten, ein solches in einem Altersheim zu absolvieren. Dieses Angebot nahm ich natürlich sofort an. Mir bereitete die Arbeit mit den pflegebedürftigen Menschen grosse Freude. Die Dankbarkeit, die ich jeden Tag von Ihnen spüren durfte, machte mich immer entschlossener eine Ausbildung als Assistentin Gesundheit und Soziales EBA in einem Alters- und Pflegeheim zu wählen.

 

Eines Nachmittags fragte mich eine betagte Dame, ob ich selber Kinder habe. Ich bejahte ihre Frage und erzählte ihr ein wenig über meine Familie. Ich merkte schnell, dass die Frau mir zwar interessiert, aber auch mit einem sehr traurigen Blick zuhörte. Als ich sie fragte, weshalb sie traurig sei, brach sie in Tränen aus und erzählte mir, dass auch sie Mutter von zwei Kindern ist, diese sie aber leider nie besuchen. Ich tröstete sie, worauf sie sich von ganzem Herzen rührend bei mir bedankte. Ab diesem Moment war mir klar, dass ich definitiv eine Ausbildung in einem Alters- und Pflegeheim absolvieren möchte. Denn hier werde ich gebraucht und genau hier gehöre ich hin.

 

Dank der tatkräftigen Unterstützung meines Coaches, bekam ich nach nur drei versendeten Bewerbungsschreiben bereits eine Lehrstellenzusage und ich freue mich riesig auf den Lehrbeginn! Bis dahin besuche ich den Vorbereitungskurs «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» und schaue weiterhin fleissig jeden Abend kurze Erklär-Videos, damit ich weiss, was mich am ersten Arbeitstag alles erwarten wird und ich so gut vorbereitet in meine Lehre starten kann.

 

Bis zum nächsten Mal, liebe Leute!

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