Das zweite Lehrjahr ist fast vorbei, jetzt kommen die Prüfungsvorbereitungen

Teilnehmerberichte
Das zweite Lehrjahr ist fast vorbei, jetzt kommen die Prüfungsvorbereitungen
Das zweite Lehrjahr ist fast vorbei, jetzt kommen die Prüfungsvorbereitungen
JK Titel unsch

In meiner Lehre zur Kauffrau EFZ läuft es grundsätzlich gut. In der Schule schreibe ich gute Noten, bei der Arbeit erhalte ich Unterstützung und mit viel Organisation finde ich auch genügend Zeit für meine Familie und zum Lernen. Trotzdem merke ich: Ich bin müde. Es braucht viel Kraft, all diese Lebensbereiche in Balance zu halten. Umso mehr freue ich mich, dass ich diesen Frühling meine Abschlussprüfungen absolvieren kann.

Ich musste mich im zweiten Lehrjahr meiner verkürzten Lehre zur Kauffrau EFZ nach Artikel 32 neu organisieren. Denn neben Arbeit und Familie kam plötzlich auch ein ganzer Schultag pro Woche dazu. Dafür musste ich bewusst Zeit schaffen, denn ich arbeite weiterhin 70 %. Meine Tochter geht seither zum Beispiel früher in die Tagesschule und ich muss meine Zeit wirklich strikt einteilen, damit sie für alle Lebensbereiche reicht.

JK Titel Reise

Neue Rahmenbedingungen für KV-Ausbildungen

Vor einem Jahr haben sich ausserdem die Rahmenbedingungen für die KV-Ausbildung geändert. Das wirkt sich direkt auf den Schulunterricht aus. Im zweiten Lehrjahr arbeiten wir jetzt deutlich mehr in Gruppen als zuvor. Viele Lernaufträge lösen wir gemeinsam. Der Unterricht ist heute viel praxisnäher und stärker teamorientiert als im ersten Lehrjahr. Das ist neu für mich. In meinem Job bei der BKW arbeite ich vor allem mit Daten und Systemen. Der Schulstoff hingegen konzentriert sich stärker auf Administration und Kundenkontakt. Dieser Wechsel fordert mich, hilft mir aber auch, neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Zeit für das Lernen zu finden, ist die grösste Herausforderung

Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern muss ich Arbeit, Ausbildung, Familie und Freizeit genau planen. Zeit fürs Lernen zu finden, ist dabei die grösste Herausforderung. Trotzdem habe ich ein klares Ziel vor Augen: Am 1. Juni schreibe ich meine Abschlussprüfung und möchte danach den EFZ-Abschluss in den Händen halten. In den nächsten Wochen bereite ich mich intensiv darauf vor. Dabei unterstützt mich auch meine Arbeitgeberin, indem ich während der Arbeitszeit etwas Lernzeit nutzen darf. Zusätzlich wiederhole ich den Schulstoff selbstständig. Über eine Online-Plattform der Schule übe ich mit früheren Prüfungen. Zusätzlich finden an der WKS fünf Samstagvormittage zur Prüfungsvorbereitung statt. Dort erfahre ich auch mehr über den genauen Ablauf der Abschlussprüfung.

JK Titel Fam unsch

Meine grösste Sorge ist die Zeit

Am meisten Sorgen macht mir der Zeitdruck an der Abschlussprüfung. Ich weiss bereits, dass ich eine Aufgabe erhalten werde, bei der ich eine Kundenanalyse machen und einen Auftrag weiterbearbeiten muss. In der Schule haben wir vier Hauptfächer: Wirtschaft, Deutsch, Technologie und Englisch. Die Prüfungsaufgabe wird wahrscheinlich Elemente aus all diesen Fächern enthalten. Bis zur Prüfung übe ich deshalb vor allem, die Aufgaben schneller zu verstehen, und arbeite gezielt an meinem Englisch. Meine grösste Sorge ist, dass mir während der Prüfung die Zeit fehlt. Ich muss Aufgaben oft mehrmals lesen, bis ich sie wirklich verstehe. Trotzdem versuche ich, ruhig zu bleiben und mich Schritt für Schritt gut vorzubereiten.

Sie sind über 25 Jahre alt und möchten im Projekt «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» Ihre Erstausbildung nachholen oder kennen jemanden, der für das Projekt in Frage kommt?

JK Portraet

Joanna Kalumba

Joanna Kalumba wurde 1978 in Polen geboren. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Biel und absolviert derzeit die zweijährige, verkürzte Lehre zur Kauffrau EFZ nach Artikel 32.