Vorfreude, Nervosität und ein Saal voller neuer Gesichter: Am Kick-Off-Anlass des Erwachsenenbildungsprogramms «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» starteten 31 Erwachsene ihre erste Berufsausbildung. Sie trafen ihre Coaches, erfuhren, was auf sie zukommt und hörten von Erwachsenen, die diesen Weg schon erfolgreich gehen.
Der Kick-Off-Anlass war für die 31 Teilnehmenden, die dieses Jahr in das Programm «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» aufgenommen wurden, ein aufregender Moment: Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren geht es für sie nun endlich los Richtung erste Ausbildung. Die Coaches erklärten am Anlass genau, was in den kommenden Monaten passiert. Alle Teilnehmenden haben zusammen mit der Berufsberatung BIZ bereits ein paar mögliche Berufswege für sich gefunden. Einige konnten bereits mit ihren Ausbildungen starten. Für die meisten stehen als Nächstes die Lehrstellensuche und Vorbereitungskurse an, damit sie in einem Jahr mit ihrer Ausbildung beginnen können.
31 Menschen, 31 Geschichten, 31 Berufswege
Die Gründe, weshalb jemand im Erwachsenenalter eine erste Ausbildung nachholt, sind ganz unterschiedlich: Manche Teilnehmende haben ihre Lehre nach der Schule abgebrochen. Andere sind direkt in die Arbeitswelt eingestiegen, ohne eine Ausbildung zu machen. Wieder andere haben im Herkunftsland eine Ausbildung gemacht, die in der Schweiz aber nicht anerkannt wird. Was sie alle gemeinsam haben: Ohne eine erste Ausbildung sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich kleiner. Und sie interessieren sich vor allem für Berufe, in denen Fachkräfte gesucht werden. Zum Beispiel in der Pflege und Betreuung, in der Logistik, im Detailhandel, in IT-Berufen oder im Handwerk.
Zwei Wege zur ersten Ausbildung
Nach den Ansprachen der Projektverantwortlichen erzählten zwei Teilnehmende, die bereits mit ihrer Lehre begonnen haben, von ihrem Alltag. Ein Teilnehmer macht im zweiten Lehrjahr die Ausbildung zum Logistiker EFZ bei der Schweizerischen Post. Das Besondere an seiner Geschichte: Sein Sohn macht die gleiche Ausbildung, bei der gleichen Arbeitgeberin. Vater und Sohn lernen gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig, wenn die Ausbildung anspruchsvoll wird. Eine andere Teilnehmerin absolviert im Mütterzentrum Bern West die verkürzte Lehre zur Fachfrau Betreuung EFZ. Dieser Weg dauert nur zwei statt drei Jahre, weil sie bereits über genügend Berufserfahrung verfügt. Ihre Geschichte zeigte den Anwesenden: Es gibt mehr als einen Weg zur ersten Ausbildung.
Jetzt braucht es Mut, Motivation und Durchhaltewille
Auch wenn nur wenige Teilnehmende die Ausbildung wie im Beispiel oben zusammen mit dem eigenen Kind machen, haben viele Erwachsene im Projekt etwas gemeinsam: Sie sind oft die Ältesten in ihrer Klasse. Das kann besonders am Anfang der Ausbildung verunsichern. Erfahrenere Teilnehmende berichteten ausserdem, dass sie oft Unterstützung bei der Planung brauchen. Schule, Arbeit und Zeit für Familie und Freunde unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Deshalb ist es wichtig, sich ein klares Ziel zu setzen und auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten. Den ersten mutigen Schritt haben alle 31 Teilnehmenden mit ihrer Anmeldung und dem erfolgreichen Auswahlverfahren bereits gemacht.
Sie sind über 25 Jahre alt und möchten im Projekt «2. Chance auf eine 1. Ausbildung» Ihre Erstausbildung nachholen oder kennen jemanden, der für das Projekt in Frage kommt?